Presse

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Tages-Anzeiger; 30.06.2006; Seite 28

Bellevue

Brücken bauen für Menschen
Sein Vater, Gross- und Urgrossvater haben Brücken gebaut. Aus Stein und Beton. Stascha Bader schlägt als Filmemacher Brücken: zwischen der Schweiz und der Heimat seiner Ahnen.


Von Nina Scheu

Als Vierjähriger kam Stascha Bader in die Schweiz. Sein Vater war Bauingenieur, die Mutter Französischlehrerin. In den frühen Sechzigerjahren waren sie, wie viele qualifizierte Arbeitskräfte aus Jugoslawien und anderswo, ins boomende Wirtschaftswunderland gerufen worden. Der Bub sprach mit den Freunden Schweizerdeutsch, zuhause Serbokroatisch. Inzwischen sind noch Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch dazugekommen. Schon damals habe er lieber als «Häuptling Puma» Regie bei Indianerspielen geführt, als still in einer Ecke zu basteln. Und spätestens nach der Mathe-Note im Maturazeugnis war klar, dass er wohl kaum in die Fussstapfen seiner Vorfahren treten und als Bauingenieur Brücken oder Strassen erstellen würde.
Stascha Bader wollte Musik machen, Geschichten erzählen, Filme drehen. Und so studierte er (Dr. phil. I), machte Musik (in der Punkband City Vibes) und eignete sich in Kursen und Seminaren das Filmhandwerk an. Heute kennt man ihn als Autor von Dokumentarfilmen über musikalische oder aber zutiefst menschliche Themen. «DOK»-Filme über kranke Kinder, den Problemkreis Jugendsuizid oder Essstörungen kontrastieren mit Videoclips von Sens Unik und Bligg, musikalisch-soziologischen Forschungsreisen («Black, Blanc, Beur», 1995) und Porträts wie jenes der Schweizer «Technokönigin» DJ Tatana, das SF 1 vor genau einem Monat ausgestrahlt hat.
Einen grossen Spielfilm im Kopf
Auch wenn Stascha Bader kein Bauingenieur geworden ist, macht er heute der Familientradition alle Ehre. Statt aus Stein baut er seine Brücken mit Geschichten: In seinen Filmen und neuestens auch als Vorstandsmitglied des Serbisch-Schweizerischen Akademikervereins (SSAVA). Der erst im Januar gegründete Verein will das Verständnis zwischen Serben und Schweizern mittels Kulturaustausch fördern. Man plant Konzerte, Lesungen, Vortragsreihen - und hat als Erstes zwei hochkarätige Theaterproduktionen nach Zürich eingeladen. Heute Abend zeigt man im Theatersaal Rigiblick Yasmina Rezas gefeierte Satire auf den Zeitgeist, «Kunst», inszeniert vom preisgekrönten Theater atelje 212 aus Belgrad - mit deutschen Untertiteln, es braucht also keine Fremdsprachenkenntnisse. Anders morgen im Monolog «Brücken» nach Ivo Andric mit Tihomir Stanic, einem der bekanntesten Schauspieler im ehemaligen Jugoslawien. Ein Land übrigens, dass Stascha Bader als Kind nur aus den Ferien kannte. Erst in den letzten Jahren begann er nach seinen Wurzeln zu forschen. Im Hinterkopf hütet er sein erstes grosses Spielfilmprojekt. «Belgrad Beat» handelt vom verschwundenen DJ Koffer einer Schweizer She-DJ. Ein Roadmovie durch Belgrads Klubkultur soll es werden - wenn die Finanzierung zu Stande kommt.
«Kunst» von Y. Reza, mit deutschen Untertiteln: heute Freitag, 20 Uhr, Theater Rigiblick.
«Brücken», serbisches Monodrama nach Ivo Andric mit Tihomir Stanic: Samstag, 1. Juli, 20 Uhr, serbisch-orthodoxes Kirchgemeindehaus Hl. Dreifaltigkeit, Zollikerstrasse 74
www.ssava.ch, www.theater-rigiblick.ch
BILD THOMAS BURLA
Ein Mann mit vielerlei Talenten: Filmer und Autor Stascha Bader.


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NZZ , 04.07.06 

Belgrads «andere Seite» / Ein serbisches Theaterwochenende in Zürich

Zürich, Theater Rigiblick, 30. Juni. 

Ein «blühender Garten» sei Belgrad vor dem Krieg gewesen, erinnert sich Daniel Rohr, Leiter des Theaters Rigiblick, der als junger Schauspieler mehrfach am renommierten Festival Bitef auftrat. Wer heute den Namen Belgrad hört, denkt nicht unbedingt an einen blühenden Garten - und dies, obwohl die serbische Hauptstadt wieder über eine aktive Kulturszene verfügt.

Diese «andere Seite» Belgrads einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, hat sich eine Gruppe in der Schweiz lebender Personen serbischer Herkunft zum Ziel gesetzt. Und so gründeten sie denn diesen Februar den Serbisch-Schweizerischen Akademikerverein (SSAVA). «Wir möchten regelmässig kulturelle Veranstaltungen organisieren und gleichzeitig ein Netzwerk zwischen serbischen und Schweizer Kulturschaffenden aufbauen», erklärt die Vereinspräsidentin, Marina Uecker, auf Anfrage. Mit einem serbischen Theaterwochenende trat der SSAVA nun zum ersten Mal öffentlich in Erscheinung.

Zu sehen waren zwei Produktionen namhafter Belgrader Theaterleute: zum einen am Samstag im Saal der serbisch-orthodoxen Kirchgemeinde der Monolog «Brücken». Der Schauspieler Tihomir Stanic befasst sich darin mit der «Brücke über die Drina», einem der Hauptwerke des Nobelpreisträgers Ivo Andric. Zum andern zeigte das Theater Atelje 212 am Freitag im Theater Rigiblick seine Inszenierung von Yasmina Rezas Erfolgsstück «Kunst», und zwar in serbischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Dies wäre allerdings gar nicht unbedingt nötig gewesen, bestand das Publikum doch (fast) ausschliesslich aus Personen mit serbischen Wurzeln: Verwandten und Bekannten der Veranstalter. Sollen künftig auch weitere Kreise angesprochen werden, muss die Organisation noch professioneller werden. Es geht zum Beispiel nicht an, dass die Anfangszeit der Vorstellung kurzum von 20 auf 20 Uhr 30 verschoben wird - mit der Begründung, es seien noch nicht alle da.

Als die Vorstellung schliesslich beginnt, schlagen die Schauspieler die Zuschauer(innen) sogleich in Bann. Temperamentvoll und mit grosser Präsenz spielen sie die drei Männer, deren Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird, als Serge, einer von ihnen, ein weisses Bild zu einem sündhaft teuren Preis erwirbt. Nicht dieser Kauf an sich irritiert Marc und Yvan, sondern vielmehr die Tatsache, dass Serge nicht mit ihnen darüber lachen kann. Dafür lacht das Publikum im Theater Rigiblick umso mehr, und es ist auch urkomisch, wie die drei Schauspieler unglaublich schnell sprechen und dazu (für hiesige Begriffe) übertrieben gestikulieren. Mit der Zeit wird die gut anderthalbstündige Aufführung jedoch ein bisschen anstrengend. Man vermisst in dem zunehmend wilden Geschehen auf der Bühne die leisen (Zwischen-)Töne.

Anne Suter   

 

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VESTI, 23.06.2006. - Dijaspora

GLUMCI BEOGRADSKOG ATELJEA GOSTUJU U CIRIHU

"KUNST", PA "MOSTOVI"

Scena iz predstave Kunst u organizaciji Srpsko-švajcarskog udruženja akademičara "SSAVA"

U petak, 30. juna i subotu, 1. jula, u Cirihu gostuju glumci Ateljea 212, renomiranog pozorišta iz Beograda. U pozorištu "Rigiblick" u Cirihu, glumci Svetozar Cvetković, Branislav Zeremski i Tihomir Stanić, predstaviće se 30. juna našoj, ali i švajcarskoj publici sa predstavom "Kunst" Jasmine Reze.

Ciljevi "akademičara"
Članovi u Cirihu nedavno osnovanog Srpsko-švajcarskog udruženja akademičara "SSAVA" postavili su sebi cilj da radi na izgradnji mosta kulture između Srbije i Švajcarske i doprinesu međusobnom razumevanju dveju zemalja. Kao prvi kulturni događaj udruženje organizuje ovaj vikend srpskog pozorišta u Cirihu.

Trojica prijatelja, koje igraju vrsni beogradski glumci, kroz svoje uobičajene susrete i razgovore otkrivaju probleme prijateljstva, komunikacije i doživljaja stvarnosti savremenog čoveka, kao i svoje lične, velike drame i zablude. U ovoj predstavi se na tako strastveni način postavlja pitanje o smislu umetnosti, da se na tom pitanju slama jedno muško prijateljstvo. Predstava će biti izvedena na srpskom jeziku sa prevodom na nemački.
U subotu, 1. jula će u srpskoj pravoslavnoj crkvenoj opstini "Sveta Trojica" u Cirihu (Zollikerstraše 74), biti izveden monolog "MOSTOVI" poznatog beogradskog glumca Tihomira Stanića. U monodrami "MOSTOVI", koja je zapravo dramatizacija prve četiri glave Andrićevog romana "Na Drini ćuprija", Tihomir Stanić se odlučio da u svom prikazu detronizuje istorijsku dimenziju dela, opredelivši se za mitsko i psihološko u Andrićevom rukopisu. Monodrama će biti izvedena na srpskom jeziku.
E. V.

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VESTI, 23.11.2006 - Dijaspora

NAGRAĐENA MONODRAMA PRED ŠVAJCARSKOM PUBLIKOM

"LINA" U CIRIHU

U organizaciji Srpsko-švajcarskog akademskog udruženja "SSAVA" u petak, 24. novembra, u Cirihu (Zollikerstraše 74) gostuje glumica Vesna Stanković s monodramom "Lina, od kamena tvrđa", prema istoimenom romanu Jovana D. Petrovića. Za ovu predstavu, koja počinje u 20.30 sati, umetnica je ove godine dobila dobila prvu nagradu na Festivalu monodrame i pantomime koji je održan u Zemunu.
"Lina, od kamena tvrđa" istinita je priča o teškom i potresnom životu bake autora romana, od perioda njenog devojaštva, preko zrelog doba, do pozne starosti.
Organizator, nedavno osnovano "Srpsko-švajcarsko akademsko udruženje", postavilo je za cilj da radi na izgradnji mosta kulture između Srbije i Švajcarske, pa je i ova predstava doprinos međusobnom razumevanju dveju zemalja.

E. V.

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